So gelingt der Schritt in die digitale Transformation

 In Digitale Transformation, Strategie und Innovationsmanagement

Wissen Sie, was das Lieblingsgericht Ihres Chefs ist? Und was hat diese Frage mit der digitalen Transformation eines Unternehmens zu tun? Um diese beiden Fragen zu beantworten, können wir uns zunächst ganz allgemein die Frage stellen: Wie reagieren Menschen, wenn sie mit etwas Neuem konfrontiert werden. Als beispielsweise Apple 2007 mit dem iPhone den Siegeszug einer neuen Generation von Geräten einläutete, konnte man die Menschen in fünf verschiedene Gruppen aufteilen.

Vertreter der ersten Gruppe standen gleich begeistert in der Schlange und konnten kaum erwarten, ihr eigenes iPhone in den Händen zu halten. Die zweite Gruppe schließt sich schon sehr bald den Begeisterten an und will an der vordersten Front der Innovation dabei sein. Dann gibt es zwei große Gruppe von Menschen, bei denen sich die einen früher und die anderen später einem Trend anschließen. Beide warten aber erst einmal zögernd ab und sehen der Entwicklung aus sicherer Distanz zu. Und schließlich gibt es die Skeptiker, die dem Neuen ablehnend gegenüber stehen, weil sie vielleicht fürchten, dass sie überfordert sind.

Wie motiviere ich Mitarbeiter, die digitale Transformation zu beschreiten?

Wenn ein Unternehmen sich entschlossen hat den Weg der digitalen Transformation zu beschreiten, gilt es diese fünf Gruppen zu kennen. Um den digitalen Wandel erfolgreich zu meistern, sollte man sowohl auf die speziellen Bedürfnisse des Einzelnen eingehen, als sich auch ihre positiven Eigenschaften zunutze machen.

  1. Motivation der Innovatoren nutzen

    Die erste Gruppe von Mitarbeitern, die ich als Innovatoren bezeichnen würde, sind diejenigen, die gerne etwas Neues ausprobieren. Nicht selten kommt es vor, dass die Innovatoren selbst mit neuen Ideen ankommen und vorschlagen, diese im Unternehmen umzusetzen. Die Innovatoren halte ich für einen zentralen Schlüssel zum Erfolg bei der digitalen Transformation. Ihre Begeisterung kann andere Mitarbeiter anstecken und darum gilt es, sie unbedingt zu nutzen und zu fördern. Wenn Sie hier Talente erkennen, lohnt es sich, diese früh in den Prozess einzubinden und weiterzubilden.

  2. Die frühen Adaptoren einbinden

    Die Gruppe der frühen Adaptoren sind diejenigen, die von den Innovatoren mit ihrer Begeisterung angesteckt wurden. Sie sind Neuerungen prinzipiell offen gegenüber eingestellt. Gemeinsam mit den Innovatoren gehören sie zu den digitalen Pionieren in Ihrem Unternehmen. Meine Erfahrung zeigt, dass es sich lohnt auch die frühen Adaptoren aktiv mit ins Boot zu holen, indem sie mit vertrauensvollen Aufgaben betreut werden. Dadurch wird ihre Offenheit gestärkt und sie werden motiviert, ein neues Tool oder eine neue Technologie zu nutzen.

  3. Die frühe Mehrheit bestärken

    Die Innovatoren und die frühen Adaptoren bilden gemeinsam eine kritische Masse, die es zu erreichen gilt, um die nächste Hürde zu nehmen. Denn die frühe Mehrheit wartet zunächst ab und schließt sich einer Neuerung dann an, wenn die ersten Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt sind. Ihre Erfahrung hat sie gelehrt: Nicht alles was heiß gekocht wird, wird auch heiß gegessen.

    Das heißt konkret: Bei der Einführung eines neuen Tools stellt sich nach und nach heraus, welche Funktionen hauptsächlich genutzt werden und wo es Anpassungen geben muss. Die frühe Mehrheit schließt sich an, sobald die Kinderkrankheiten auskuriert sind. Wer früh einzelne Anwendungen findet, bei denen der Vorteil auf der Hand liegt, wird die frühe Mehrheit für die digitale Transformation gewinnen können.

  4. Späte Mehrheit motivieren

    Unter der späten Mehrheit befinden sich auch solche Menschen, die Neuerungen skeptisch gegenüber stehen, weil sie befürchten, dass sie der Technik nicht gewachsen sind. Hier gilt es die Menschen zu motivieren, beispielsweise ein neues Tool auszuprobieren. Das kann spielerisch passieren. Das Social Intranet bietet jedem Mitarbeiter die Möglichkeit ein eigenes Profil auszufüllen. Darin kann jeder, neben seinen fachlichen Spezialisierung, auch Dinge wie sein Lieblingsgericht eintragen. Chefs und die Management-Ebene sollten hier mit gutem Beispiel voran gehen und dort bereits zu finden sein.

    Aus allen Rezepten, die sich dort dann im Lauf der Zeit einfinden, könnte dann ein Firmen-Kochbuch entstehen, oder die Kantine kocht nach und nach die Lieblingsrezepte der Mitarbeiter. So entsteht ein Gefühl dafür, wie ein neues Tool funktioniert und nimmt eventuell die Ängste, die damit in Verbindung stehen. Durch den spielerischen Umgang wird zugleich das Teamgefühl und das Vertrauen gestärkt.

  5. Die Nachzügler ins Boot holen

    Die letzte Gruppe bilden die Nachzügler, die bei Neuerungen nur mitmachen, weil sie keine andere Wahl haben. Da hier oft Skepsis, Angst oder Überforderung der Annahme von neuen Tools entgegenstehen, helfen Gespräche mit dem Einzelnen und Coachings. Darin können Ängste thematisiert werden und sowohl die technischen Grundlagen vermittelt, als auch die Notwendigkeit des digitalen Wandels erklärt werden. Ich erlebe es sehr selten, dass Menschen sich nicht durch einen spielerischen Prozess oder die direkte Erfahrung bei der Anwendung von neuen Tools begeistern lassen. Mir ist es bei meiner Arbeit wichtig, den Menschen nicht das Gefühl zu geben, dass sie übervorteilt werden. Darum stelle ich die Freude an der Digitalisierung ins Zentrum meiner Arbeit.

Digitaler Wandel von oben und von unten

Das Lieblingsgericht des Chefs eines Unternehmens kann also zu einem entscheidenden Bestandteil innerhalb des digitalen Wandels werden. Die digitale Transformation eines Unternehmens gelingt, wenn sie von zwei Richtungen her in Angriff genommen wird. Einerseits ist es wichtig, dass die Chef- und Management-Ebene von Beginn an den digitalen Wandel einleiten, begleiten und aktiv mit voranbringen. Andererseits vollzieht sich der digitale Wandel nicht einfach von selbst und darum müssen so früh wie möglich die Innovatoren und Adaptoren einbezogen werden, um schließlich alle Mitarbeiter in den digitalen Wandel miteinzubeziehen.

Im Idealfall zeigt sich im Verlauf des Transformationsprozesses, dass sich die Auswirkungen in ganz anderen Bereichen zeigen. Arbeitsprozesse werden erleichtert, so dass mehr Zeit für die wesentlichen Aufgaben bleibt. Die Kommunikation wird vereinfacht und gefördert, so dass ich meine Kollegen besser kenne und sich der Teamgeist steigert. Wenn die Kantine die Lieblingsgerichte der Mitarbeiter kocht, kann man den digitalen Wandel sogar schmecken.

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